Über mich

Meine eigenen Erfahrungen mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

Eine „ganz normale Ernährung“??

Von Kindheit an war meine Ernährung sehr „modern“: Tütensuppen, Fertiggerichte, Schokolade, Chips und Limonade machten einen relativ großen Teil meiner Ernährung aus. Mit sechs Jahren hatte ich bereits zehn Löcher in meinen Milchzähnen. ​Mit 14 Jahren musste der Blinddarm raus. Etwa in dieser Zeit stellte ich erstaunt fest, dass man Tomatensuppe auch selbst aus echten Tomaten machen kann und dafür nicht nur fertige Tütensuppe nehmen muss… Ich begann, mich mit Ernährung zu beschäftigen und selbst zu kochen.

Mit Anfang 20 wurde ich über viele Jahre Vegetarierin und kochte immer mit viel frischem Gemüse. Doch Schokolade, Chips etc. blieben. Während meines Studiums bestand mein Mittagessen manchmal nur aus einer Tafel Schokolade, da ging halt schneller. Dann zwischendurch noch Schokolade und so war ich schon mal auf zwei Tafeln am Tag. Obwohl meine sonstige Ernährung insgesamt mittlerweile gesünder war als früher, ging es mir gesundheitlich immer schlechter. Es dauerte eine Weile, bis ich herausfand, dass ich eine Histaminintoleranz hatte. Dann entdeckte ich meine Glutenintoleranz und vertrug auch plötzlich keine Milchprodukte mehr. Es blieb am Ende nicht mehr viel übrig und es schien von Tag zu Tag schlimmer zu werden. Nach jedem Essen hatte ich Bauchkrämpfe. Meine geliebte Schokolade machte mich sogar extrem erschöpft und depressiv und ich bekam davon nächtliche Albträume. Im Restaurant konnte ich nur noch Ofenkartoffel mit Butter und Salat bestellen. Zu dieser Zeit gab es noch keine Allergenkarten und auch im Supermarkt weniger glutenfreie Produkte. Das Essen machte mir überhaupt keinen Spaß mehr, es war eher eine Quälerei, und ich fragte mich, wie das noch weitergehen sollte. Dabei war Essen eigentlich immer meine Leidenschaft gewesen!

Die Suche nach einer Lösung und viele Experimente

Ich ging von Arzt zu Arzt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Ein Arzt fragte mich: „Was essen Sie gern?“ ich antwortete: „Schokolade.“ Er hakte nach: „Und was sonst noch?“ Ich überlegte, aber es fiel mir nichts ein. Das erschreckte mich, weil ich früher doch auch so gerne Gemüse und Vieles anderes gegessen hatte. Mir wurde klar, dass meine Schokoladensucht mir den Appetit verdorben hatte. Da ich Schokolade sowieso nicht mehr vertrug, verordnete ich mir selbst nun einen Schokoladenentzug. Doch das war nicht so einfach und ich brauchte mehrere Jahre, um meine große süße Liebe loszulassen. Ich spürte einige gesundheitliche Fortschritte, aber viele Lebensmittel waren noch unmöglich zu essen. In der Zwischenzeit suchte ich weitere Ärzte auf. Überall gab es einen Hinweis, der mich etwas weiterbrachte, aber nichts führte zu dem Erfolg, den ich mir wünschte. Ich stellte meine Ernährung um und experimentierte mit Rohkost, Low Carb, Paleo, Rotationsdiät, Mikronährstoffen u.a. Aber das half mir nur teilweise oder erzeugte manchmal sogar neue Symptome. Ich wusste nicht, welchem Trend ich noch glauben sollte, und suchte nach einem alten Wissen, das noch ohne den Einfluss durch die heutigen Medien und die Gesundheitsindustrie entstanden war.

Rückbesinnung auf das alte Wissen

So erinnerte ich mich an die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), mit der ich mich früher schon einmal beschäftigt hatte. Ich absolvierte das Diplom in Ernährungsberatung nach den fünf Elementen beim Shen Men Institut. Die Fünf-Elemente-Ernährung ist ein präventiver Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Es gibt noch zwei weitere präventive Bereiche: Tuina-Massage und Qi Gong. Auch diese lernte ich, um ein umfassenderes Bild von der TCM zu bekommen und die Philosophie dahinter noch besser zu verstehen. Und je tiefer ich einstieg, umso mehr faszinierte mich diese jahrtausendealte Weisheit über ein gesundes Leben. Sie gab mir eine ganz neue Sicht auf meinen Körper und seine Bedürfnisse. Endlich verstand ich, wie sich welche Nahrung auf meinen Körper auswirkt und wie ich ganzheitlich Einfluss auf meine Gesundheit nehmen kann. Es war ein großes Aha-Erlebnis für mich.​ Und es war und ist immer noch unglaublich spannend zu sehen, wie genau und detailliert sich die Chinesen mit dem menschlichen Körper beschäftigen. Nicht nur das, sie beziehen auch das gesamte Umfeld wie soziale Kontakte, Wetter und Klima bis hin zum Universum mit ein, da alles miteinander im Austausch steht. Mehr über die TCM findest du übrigens hier:

Mein neues Lebensgefühl

Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich heute wieder normal in Restaurants essen gehen kann und mich fast nicht mehr bei der Auswahl beschränken muss. Nur qualitativ schlechte und stark denaturierte Lebensmittel lasse ich weg, weil ich darauf gar keine Lust mehr habe und das meinem Körper auch nicht zumuten möchte. Und bei einigen Lebensmitteln muss ich noch auf das richtige Maß achten. Extreme Mengen histaminhaltiger Lebensmittel oder große Mengen Weißmehl irritieren meinen Körper noch. Letztendlich ist das aber für niemanden gesund, nur ich reagiere halt noch etwas schneller darauf. Schon meine Urgroßmutter sagte: „Zu viel und zu wing ist immer ein Ding“ (Zu viel und zu wenig ist beides nicht gut.) Meine Ernährung ist natürlicher und maßvoller geworden und ich habe ein besseres Gefühl für die Bedürfnisse meines Körpers entwickelt. Es sind sogar noch weitere Lebensmittel dazugekommen, die ich früher weniger beachtet hatte und für mich neu entdeckt habe, wie zum Beispiel Hülsenfrüchte und einige Kohlsorten. Diese enthalten auch Histamin, aber ich vertrage sie sehr gut. Noch vor einigen Jahren war es undenkbar, sie zu essen. Von Hülsenfrüchten bekam ich zum Beispiel Sehstörungen und sah immer einen weißen Lichtpunkt im Sichtfeld. Dieser ist zusammen mit Erschöpfung und anderen Symptomen verschwunden. Auch meine Art zu würzen ist vielseitiger geworden. Mein Essen schmeckt nun „runder“, weil ich es besser zusammenstellen kann. Essen ist vergleichbar mit einem Orchester: Wenn man beim Kochen auf die fünf Elemente achtet, ist es, als ob alle Instrumente mitspielen. Lässt man etwas weg, ist es, als ob nur ein Teil des Orchesters spielen würde. Auch nett, aber das volle Klang- bzw. Geschmackserlebnis hat man eben nur, wenn alle Elemente dabei sind. Wenn ich mal zu einem Geburtstag oder einer Hochzeit eingeladen bin, kann ich auch ohne Reue mal über die Stränge schlagen. Und auch Schokolade kann ich wieder ohne Albträume und Erschöpfung essen – allerdings habe ich heute die Kontrolle über sie und nicht umgekehrt. Besser gesagt, ist sie mir nicht mehr so wichtig wie früher, da mein Körper jetzt besser mit Nährstoffen versorgt ist. Zwei bis drei Stück pro Woche sind vollkommen genug.

Möchtest du dich auch wieder wohler in deinem Körper fühlen?

Diese Begeisterung und Bereicherung beim Essen möchte ich gerne an dich weitergeben, wenn du neugierig und offen für die Fünf-Elemente-Ernährung bist. Am Anfang ist einiges vielleicht ungewohnt, aber wenn man genauer hinschaut, erkennt man auch viele Parallelen zu den Ernährungsgewohnheiten unserer Großeltern und Urgroßeltern. Die wussten noch Vieles über Ernährung, was heute verloren gegangen ist. Zum Beispiel warum Fermentieren so gesund ist und Weisheiten wie „Morgens essen wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann“. Die Fünf-Elemente-Ernährung kann uns helfen, wieder zu einer natürlichen Ernährung und unserem ursprünglichen Körpergefühl zurückzufinden.