Gesund im Alltag

Gesund im Alltag

Weil Gesundheit nicht nur Essen ist

Abgesehen von der Ernährung hält die TCM noch viele weitere Tipps für uns bereit, um ein möglichst langes und gesundes Leben zu führen. Diese Ratschläge sind Vorschläge. Sie sind nicht dazu gedacht, sich unter Stress zu setzen und alles sofort akribisch umzusetzen. Suche dir aus, wozu du Lust hast, und beginne damit. Wenn es dir Spaß macht, kannst du nach und nach weitere Tipps dazu nehmen.

Da unser Körper aus den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser besteht, ist es wichtig, dass wir darauf achten, dass alle fünf glücklich sind. Es ist wie bei einem Mobilé: Wenn ein Element aus dem Gleichgewicht gerät, zieht es nach und nach die anderen mit, da alle miteinander verbunden sind. Daher nennt man die fünf Elemente auch „fünf Wandlungsphasen“. Sie sind nicht statisch, sondern reagieren ständig untereinander und auf äußere Einflüsse. Weiter unten findest du noch genauere Erklärungen zu den Elementen.

Nun einige Tipps für deinen Alltag. Jedes Element bezieht sich nicht nur auf körperliche Bereiche, sondern auch auf Emotionen und Verhaltensweisen. Es ist eben ein ganzheitlicher Ansatz. Daher kommen Körper, Emotionen und Seele in meinen Tipps vor.

Essenszeiten

Noch einmal kurz zur Ernährung: Die beste Uhrzeit für dein Frühstück liegt zwischen 7 und 9 Uhr, weil dann dein Magen am besten arbeitet. Ideal ist ein gekochtes Frühstück, da der Magen mit Wärme am besten arbeitet und dann perfekt die Energie für den Start in den Tag aufnehmen kann. Zwischen 9 und 11 Uhr solltest du am besten nichts essen, um die Milz nicht bei ihrer Arbeit zu stören. Ab 19 Uhr beginnt dann die Tief-Zeit des Magens (genau 12 Stunden nach der Hoch-Zeit). Er stellt sich dann schon auf einen gemütlichen Feierabend ein und möchte durch Essen nicht mehr gestört werden. Du würdest es ja auch nicht mögen, wenn du nach Feierabend vor dem Fernseher sitzt und dein Chef zur Wohnzimmertür hereinkommt, um dir noch Aufgaben vorbeizubringen. Du würdest sie wahrscheinlich irgendwo hinlegen, um sie morgen zu erledigen. So macht es dein Magen auch, der lässt sich nichts sagen. Und dann gärt das Essen die ganze Nacht vor sich hin und bildet Stoffe, die den Körper belasten … Und morgens liegt es noch schwer im Magen, so dass du gar keinen Hunger hast. Also iss am besten vor 19 Uhr zu Abend. Wenn es wegen Schichtarbeit etc. erst später geht, dann iss wenigstens nur etwas Leichtes, wie zum Beispiel eine Gemüsesuppe. Gemeint ist übrigens immer die Winterzeit, da unser Körper keine Ahnung hat, was „Sommerzeit“ bedeutet. Seine Uhr läuft immer gleich.

Das Element Holz

Das Holz ist für den Fluss unserer Emotionen zuständig. Wenn wir Emotionen unterdrücken, bekommen wir es durch Verspannungen, Sodbrennen und viele weitere Symptome zu spüren. Daher liebt das Holz Bewegung, besonders Tanzen. Wenn du also gerne tanzt, kannst du damit dein Holz glücklich machen. Anderer Sport ist auch gut, aber nur, wenn er mit Freude und nicht unter Leistungsdruck durchgeführt wird. Außerdem solltest du schauen, wann und warum du Emotionen und besonders Wut unterdrückst. Was löst diese Wut aus? Kannst du andere Lösungen finden, schon bevor die Wut entsteht und nicht erst wenn „das Fass voll“ ist?

Neigst du dazu, bei Frust zu Süßem zu greifen und bist vielleicht schon zuckersüchtig? Der Holz-Typ neigt besonders zu Süchten verschiedener Art. Dann schau doch bei meinen Seminaren oder Vorträgen vorbei oder finde Tipps für den Umgang mit Zucker in meinem Artikel.

Auch Leistungsdruck mag das Holz gar nicht. Setze dir nicht zu hohe Ziele. Wenn das im Beruf schlecht zu realisieren ist, dann wenigstens in der Freizeit. Ist dein Terminkalender schon bis zum nächsten Jahr voll? Dann plane ab jetzt regelmäßig Wochenenden für NICHTSTUN ein. Und diese sind absolut Tabu für andere Planungen.

Der Spruch „Der Weg ist das Ziel“ ist zwar mittlerweile schon ziemlich abgedroschen, aber er hat eine sehr wichtige Botschaft für uns: Es geht nicht um das Ankommen. Wir leben im Jetzt und Hier und nicht im Irgendwann, wenn unsere Ziele erreicht sind. Spätestens wenn ein Ziel erreicht ist, kommt sowieso das nächste. Hast du jemals eine To-Do-Liste erledigt und danach keine neue angefangen? Wenn wir auf den Moment warten, wo endlich alles erledigt ist, werden wir unser Leben nur mit Warten verbringen. Lerne daher zu ertragen, wenn etwas nicht erledigt ist und ertrage auch, wenn etwas nicht perfekt ist. Genieße stattdessen den einzelnen Moment. Leg zwischendurch immer wieder mal alles beiseite, schau aus dem Fenster und nimm wahr, was du siehst, hörst, fühlst, riechst, schmeckst. Übe auch immer wieder das Faulsein.

Da die Leber dem Holz zugeordnet ist, kannst du ihr auch etwas Gutes tun, indem du im Frühjahr und evtl. Herbst eine Entgiftungskur durchführst.

Auf unser modernes Leben ist das Holz nicht so richtig eingestellt. Künstliches Licht, besonders Computerarbeit, Handys etc. mag es daher nicht so gern. Stell dir am besten auf deinem Handy eine Erinnerung ein, dass du während deiner Arbeit am PC zwischendurch immer mal aufschaust und in die Ferne und am besten ins Grüne schaust.

Das Holzelement steht auch in einem Bezug zu unserem „Seelenplan“, also zu dem Grund, weshalb wir eigentlich hier in dieses Leben gekommen sind. Unsere Seele hat sich eine bestimmte Aufgabe oder Erfahrung für dieses Leben überlegt. Jeder Mensch hat seinen Platz in dieser Welt. Als Kind weiß man das meistens noch, doch später wird man von außen oft so stark beeinflusst, dass man sich nur noch von seinem Verstand leiten lässt. Man lernt zum Beispiel einen „sicheren“ Beruf, weil das vernünftig ist, aber die Seele würde lieber etwas ganz anderes machen. Meistens wird man in dem „vernünftigen“ Beruf gar nicht so erfolgreich und fühlt sich irgendwie fehl am Platz. Das kann auch in Beziehungen, an Wohnorten etc. passieren. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Leben so gar nicht in die richtige Richtung läuft, aber nicht weißt, wohin du eigentlich willst, ist die Beratung zur Potenzialentwicklung vielleicht etwas für dich.

Das Element Feuer

Das Feuer steht für Liebe und Freude. Du kannst dein Feuer stärken, indem du dich auf die freudigen Seiten deines Lebens konzentrierst. Schau nicht so viel auf das, was schiefgeht und dich belastet, sondern mehr auf das, was dich erfreut. Überlege dir jeden Abend vor dem Einschlafen drei Dinge, die dich am heutigen Tag erfreut haben. Achte auch mal darauf, wann und wo Menschen hilfsbereit und liebevoll mit anderen umgehen. Ignoriere Hate-Speech im Internet und wende dich Menschen zu, die ehrliche freundliche Worte an dich richten und gib auch freundliche Worte an andere. Das fängt auch schon bei unseren Gedanken an. In unserer Gesellschaft ist Kritik ein großes Hobby. An vielen Menschen wird kein gutes Haar gelassen, vor allem nicht hinter ihrem Rücken. Das schadet nicht nur anderen, sondern vor allem uns selbst, unserem Feuer und Metall. Wir können viel mehr Freude und Liebe in unser Leben bringen, wenn wir uns zu jeder Person, die wir kennen, überlegen, was wir an ihr schätzen und wofür wir ihr dankbar sind. Probier es aus! Überlege dir jeden Abend für eine Person drei Dinge, die du an ihr schätzt und für die du dankbar bist. Ja, auch für deinen Chef!

Unser Körper, unser Geist und unsere Seele mögen allerdings keine Extreme. Man muss zwischen Freude und Vergnügungssucht unterscheiden. Es geht nicht darum, einen ständigen Kick zu erleben und von einem Highlight zum nächsten zu laufen (siehe auch das Holzelement). Unser Feuer, und damit auch unser Herz, mag auch keinen Zeitdruck. Weder im Beruf, noch in der Freizeit. Es geht mehr um eine stille, ruhige Freude, die man kultivieren sollte. Gönne dir Ruhepausen und lass dich von anderen nicht hetzen.

Das Element Erde

Wenn man mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat, neigt man dazu, mit der Zeit immer misstrauischer dem Essen gegenüber zu werden. Daher ist es sehr wichtig, während des Essens oder danach bewusst das Essen im Magen willkommen zu heißen und sich zu sagen: „Mein Körper nimmt alle Nahrung dankbar auf und kann alles gut verwerten.“ Denn der Kopf spielt beim Essen auch eine große Rolle. Wichtig ist auch, dass wir in Ruhe essen, uns dabei nicht streiten oder über unangenehme Themen reden oder nebenher fernsehen oder SMS lesen. „Wenn ich esse, esse ich“. Und sonst nichts. Schöne ruhige Musik im Hintergrund kann die Verdauung auch fördern. Stress fördert aber auch generell Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Was unsere Erde überhaupt nicht mag, ist zu viel Grübeln. Wenn sich deine Gedanken ständig im Kreis drehen, schwächst du damit deine Verdauung. Aber es gilt auch umgekehrt: Wenn du dich schlecht ernährst, grübelst du mehr und deine Stimmung wird wie „drei Tage Regenwetter“ (besonders bei verschleimendem Essen unter anderem mit viel Zucker). Achte mal darauf, nach welchem Essen deine Stimmung steigt und nach welchem sie sinkt. Und zwar nicht direkt danach, sonst ist die Antwort bei den meisten wohl „Schokolade“ oder andere Süßigkeiten. Logischerweise, da das Gehirn dadurch schnell mit Kohlenhydraten versorgt wird und erst mal einen Höhenflug hat. Nein, ich meine die folgenden Stunden bis zum nächsten Tag. Wenn du in einer schlechten Stimmung bist und das auf das Regenwetter schiebst, überlege lieber mal, was du gestern und/oder die letzten Tage gegessen hast. Mit einem Ernährungs- und Stimmungstagebuch kann man gut herausfinden, welche Lebensmittel einen herunterziehen. Mehr über Emotionen und Zucker findest du in diesem Artikel.

Fundstücke am Strand mit Steinen und Draht

Das Element Metall

Wie schon unter dem Feuer beschrieben, leidet das Metall unter zu viel Kritik, und zwar nicht nur gegenüber anderen, sondern auch gegenüber sich selbst. Wir Deutschen sind ja ziemlich gut darin. Besonders im Internet ist alles voll davon. Aber bringt uns das wirklich weiter?? Wenn du das nächste Mal in einen Konflikt gerätst, probier doch mal aus, nicht gleich über die andere Person zu urteilen, sondern lege den Fokus darauf, wie ihr eine gemeinsame, konstruktive Lösung finden könnt. Probier auch mal einen Tag lang aus, nicht über dich selbst zu werten und zu urteilen, sondern beobachte dich stattdessen vollkommen wertungsfrei. Gib dem, was du tust nur Überschriften wie in einer sachlichen Zeitung, z.B. „Ich habe gerade die Tomatensoße auf den Küchenboden getropft.“ Lass Wörter wie „Ich Idiot“ etc. weg. Und sei auch nicht so streng mit dir, wenn du dich doch wieder selbst kritisiert hast. Also statt: „Mist, ich schaffe es nicht, nicht über mich selbst zu urteilen!“ – „Ich habe mich gerade selbst kritisiert. Ich fange einfach noch mal von vorne an.“

Wenn das Metallelement in einem harmonischen Zustand ist, besitzt es viel Einfühlungsvermögen und eine sensible Wahrnehmung. Die TCM teilt Menschen in Konstitutionstypen nach den fünf Elementen ein. Grundsätzlich hat jeder Mensch etwas von allen fünf Elementen, aber bei zwei Elementen hat man einen Schwerpunkt. Wenn man zu einem hohen Metallanteil tendiert, ist man hochsensibel oder hochsensitiv. Das heißt, man hat sehr feine Sinne und nimmt vieles feiner wahr als andere. Dafür ist man auch schneller überfordert, weil das Gehirn die Wahrnehmungen nicht herausfiltern kann. Es gibt bei einigen Menschen einen Zusammenhang zwischen Hochsensibilität/ Hochsensitivität (es kursieren diese beiden Begriffe) und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Vermutlich liegt das daran, dass der Körper nicht nur auf Sinnesreize sensibel reagiert, sondern auch auf Vieles andere, wie zum Beispiel Nahrung, aber auch Umweltgifte etc. Im Grunde genommen sind solche Menschen die perfekten „Messgeräte“ und sind von der Natur als „Warnblinker“ für die Gruppe gedacht, in der sie leben. Da heutzutage unsere Nahrung immer unnatürlicher wird, sehe ich  Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten auch als Warnzeichen für den Rest der Menschen, die vielleicht noch nicht so stark auf denaturierte Lebensmittel reagieren. Aber der Trend zu  Unverträglichkeiten nimmt zu und wird stärker werden, je mehr wir unsere Nahrung künstlich verändern.

Manchmal neigen Hochsensible auch dazu, ihre Nerven mit Süßem zu beruhigen. Das erscheint erst mal hilfreich, bewirkt aber auf Dauer eher das Gegenteil. Mehr dazu findest du in diesem Artikel.

Willst du besser vom Süßen loskommen, schau doch mal bei meinen Seminaren oder Vorträgen vorbei.

Wie gesagt, ist das Metall auch für unsere Atmung zuständig. Die Chinesen sagen, dass wir von unseren Eltern eine vorgeburtliche Lebensenergie vererbt bekommen. Diese zusammen mit unserer Nahrung und der Atemluft macht unsere gesamte Lebensenergie aus. Wenn wir auf gute Ernährung und Atmung achten, können wir unsere geerbte Energie länger aufsparen. Denn wenn diese weg ist, war`s das mit dem Leben … Sinnvoll für ein langes und gesundes Leben sind also auch frische Luft und Atemübungen.

Das Element Wasser

Wie beim Metall schon beschrieben, bekommen wir von unseren Eltern ein gewisses Maß an Lebensenergie, auch Essenz genannt, vererbt. Diese wird im Element Wasser gespeichert. Es ist wie ein Bankkonto, auf das man nichts überweisen kann. Wenn es leer ist, ist es leer. Daher ist es gut, unsere Essenz zu bewahren. Wenn wir uns gut ernähren (siehe Element Erde) und auf gute Atemluft achten (siehe Element Metall), können wir unsere Essenz schonen. Denn wenn die Qualität von Nahrung und Atemluft schlecht ist, wird unsere Essenz angezapft, um genug Energie für unser tägliches Leben zu haben. Daher ist auch Schlafen und Ausruhen besser als Kaffeetrinken, denn der Kaffee ist wie ein Tresorschlüssel, der die Energie aus unserem Tresor holt, um etwas zu leisten, für das wir eigentlich zu müde wären. Gegen 1-2 Tassen am Tag ist nichts einzuwenden, wie bei allem ist das rechte Maß entscheidend. Und wenn man die Möglichkeit hat zu schlafen, statt Kaffee zu trinken, sollte man das tun. Dazu reicht manchmal schon ein „Power-Napping“ von 5-10 Minuten: Dazu nimmt man einen Schlüsselbund in eine Hand und legt sich hin, die Hand mit dem Schlüsselbund sollte über das Bett hinausragen. Wenn man dann einschläft und langsam ins Träumen abdriftet, lösen sich die Muskeln der Hand und der Schlüsselbund fällt herunter. Dadurch wird man wieder wach, fühlt sich aber erholter als vorher.

Überarbeitung und Ängste entziehen dem Wasserelement auch Energie und reduzieren unser Lebensenergie-Konto. Daher gilt auch hier: Genug Ruhepausen einbauen, besonders im Winter. Denn das ist eine Jahreszeit der Ruhe, wie wir das auch bei der Natur sehen. Alles zieht sich zurück, die Säfte der Bäume ziehen aus den Blättern in die Äste und in den Stamm. Die Natur schläft. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Du könntest zum Beispiel in deiner Familie oder deinem Freundeskreis anregen, Weihnachten mal besinnlich statt im Geschenkefieber zu verbringen und das Geld lieber für einen guten Zweck zu spenden oder damit gemeinsam einen entspannten Tag zu verbringen.

Wichtig ist es auch, die Nieren, die dem Wasser zugeordnet sind, immer schön warm zu halten, nicht nur im Winter. Bauchfreie Mode sollte man also lieber gegen etwas Nierenfreundliches eintauschen. Da die Niere unter der Fußsohle einen Akupunkturpunkt hat, sollte man auch die Füße immer warmhalten.

Weitere Infos über die TCM findest du hier:

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